Verkehrsflughäfen verfügen über eine automatische Informationsdurchsage mit Wetter- und Landeinformationen, den sogenannten Automatic Terminal Information Service, kurz ATIS. Die aktuelle ATIS-Nachricht kann jederzeit mit dem normalen UKW-Flugfunkgerät auf einer eigens dafür vorgesehenen Frequenz abgehört werden. Die ATIS-Frequenz eines Flughafens kann zum Beispiel der Anflugkarte entnommen werden.

Während der Betriebszeiten eines deutschen Airports wird die Information in der Regel alle dreißig Minuten aktualisiert; um 20 Minuten nach und 10 Minuten vor der vollen Stunde. Bei wichtigen Änderungen erfolgt auch dazwischen ein Update der Bandansage.

Sofern man die Ansage abgehört hat, fügt man beim Einholen der Rollfreigabe bzw. der Einflugfreigabe zum Beispiel ein „Information Lima received“ an. Der Lotse weiß dann, dass die Besatzung bereits mit den aktuellen Informationen (in diesem Fall Version „Lima“) zum Wetter und zum Flugplatzbetrieb versorgt ist. Der Wind wird bei Start und Landung dennoch angesagt, da er sich häufig sehr kurzfristig ändert.

Da die ATIS-Nachrichten ausschließlich auf Englisch verbreitet werden, wird in der praktischen BZF-II-Prüfung (nur Deutsch) und im deutschen Teil der praktischen BZF-I-Prüfung in der Regel nicht erwartet, dass die ATIS in der Sprechfunksimulation erwähnt wird. Auch wenn man vor oder auf einem VFR-Flug einmal vergisst, die ATIS abzuhören – oder es getan hat und vergisst, dies dem Lotsen mitzuteilen – ist das nicht weiter schlimm: Der Fluglotse wird über Piste und QNH informieren.

Eine ATIS-Information enthält üblicherweise folgende Informationen:

  • Ein fortlaufender Kennbuchstabe aus dem Buchstabieralphabet zur Identifikation der Version
  • Die Zeit, zu der die aktuelle Wettermeldung ausgegeben wurde, in UTC
  • Für Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR): Informationen zum Anflug (zum Beispiel „expect ILS approach“)
  • Die momentan verwendete Piste bzw. Start-/Landerichtung („runway in use“)
  • Das „Transition Level“ (Übergangsfläche), bei dem im Sinkflug vom Standardluftdruck auf das QNH umgestellt wird
  • Der Wind: Richtung in Grad und Stärke in Knoten
  • Die Temperatur
  • Der Taupunkt („dew point“)
  • Das aktuelle QNH des Flughafens
  • Informationen zur erwarteten Änderung des Wetters (bei stabilem Wetter „trend NOSIG“ für „no significant change“)

Auch weitere Informationen können Teil der Nachricht sein. Wenn die Position des Ground-Lotsen beispielsweise momentan nicht besetzt ist, können Piloten in der ATIS aufgefordert werden, für die Rollfreigabe den Tower zu kontaktieren.

Der Sprechfunksimulator im Flugfunktrainer generiert zu jedem Szenario auch eine ATIS-Nachricht. So kann das Aufnehmen der Nachricht bequem zu Hause geübt werden.

Übrigens: Nicht zu verwechseln ist die ATIS-Ansage mit der ATIS-Kennung im Binnenschifffahrtsfunk. Dabei handelt es sich um eine automatische Aussendung der Kennung jeder Schiffsfunkstelle beim Drücken der Sprechtaste.